Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bezeichnet einen übergeordneten Bildungsansatz, der darauf abzielt, Nachhaltigkeit als Querschnittsthema auch schulischer Bildung systematisch zu verankern.
Im Zentrum steht nicht die Vermittlung einzelner Themen, sondern die Frage, wie Lernende befähigt werden können, gesellschaftliche Entwicklungen in ihrer Komplexität zu verstehen und reflektiert zu beurteilen.
BNE verbindet dabei unterschiedliche Perspektiven nachhaltiger Entwicklung und macht deren Wechselwirkungen sichtbar.

Häufig wird zwischen drei Dimensionen unterschieden:
Ökologische Dimension: Schutz natürlicher Lebensgrundlagen, Klimawandel, Biodiversität
Soziale Dimension: Gerechtigkeit, Teilhabe, Menschenwürde, Frieden
Ökonomische Dimension:
Produktion und Konsum, globale Lieferketten, Ressourcennutzung

Diese Dimensionen sind nicht isoliert zu betrachten, sondern stehen in engem Zusammenhang.
BNE zielt darauf ab, diese Zusammenhänge im Unterricht nachvollziehbar zu machen und Zielkonflikte ebenso wie Handlungsspielräume sichtbar werden zu lassen.

International orientiert sich BNE an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Für den Bildungsbereich ist insbesondere SDG 4.7 von Bedeutung. Es formuliert den Anspruch, dass Lernende Kenntnisse, Kompetenzen und Haltungen erwerben sollen, um zu einer nachhaltigen, gerechten und friedlichen Entwicklung beizutragen.

Als Gestaltungsprinzip schulischer Bildung unterstützt BNE unter anderem:
– die fächerübergreifende Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen
– die Verbindung von Unterrichtsinhalten mit Lebenswelt- und Gegenwartsbezügen
– die Förderung kritischen und vernetzten Denkens
– die Stärkung demokratischer, sozialer und dialogischer Kompetenzen
– partizipative Lernformen und kooperative Arbeitsweisen

Für Schulen in Sachsen-Anhalt ist BNE in unterschiedlichen Fächern und Lehrplänen bereits verankert und wird perspektivisch schulformübergreifend weiter ausgebaut. BNE bietet damit einen Orientierungsrahmen, innerhalb dessen Nachhaltigkeitsthemen curricular eingeordnet, fächerübergreifend verknüpft und im Schulleben aufgegriffen werden können.

BNE versteht sich dabei nicht als einzelnes Unterrichtsfach oder festes Methodenrepertoire, sondern als Rahmung schulischer Bildungsprozesse. Innerhalb dieses Rahmens finden verschiedene Ansätze ihren Platz – unter anderem das Globale Lernen, das insbesondere Fragen globaler Gerechtigkeit, Machtverhältnisse und internationaler Verantwortung vertieft.

BNE ist damit nicht auf kurzfristige Verhaltensänderungen ausgerichtet, sondern auf langfristige Lern- und Orientierungsprozesse.