Qualitätskriterien des Globalen Lernens (nach VENRO)
Die Qualitätskriterien des Globalen Lernens bieten einen fachlichen Orientierungsrahmen für die Planung, Umsetzung und Reflexion von Bildungsangeboten. Sie beschreiben keine festen Merkmale „guten Unterrichts“, sondern formulieren zentrale Dimensionen, an denen sich qualitätsorientierte Bildungsarbeit ausrichten kann.
Zu den zentralen Kriterien zählen unter anderem:
Menschenrechtsorientierung
Bildungsangebote berücksichtigen universelle Menschenrechte und greifen Fragen globaler Gerechtigkeit, Teilhabe und Verantwortung reflektiert auf.
Multiperspektivität
Unterschiedliche Sichtweisen werden sichtbar gemacht und zueinander in Beziehung gesetzt. Perspektiven aus dem Globalen Süden werden bewusst einbezogen und nicht marginalisiert.
Macht- und Diskriminierungssensibilität
Historische und gegenwärtige Machtverhältnisse werden thematisiert. Stereotype, vereinfachende oder exotisierende Darstellungen werden kritisch reflektiert und vermieden.
Reflexion eigener Positioniertheit
Bildungsarbeit eröffnet Räume, in denen Lehrkräfte und Lernende eigene Rollen, Privilegien und Handlungsspielräume in globalen Zusammenhängen reflektieren können.
Fachliche Fundierung
Inhalte basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie auf transparenten und überprüfbaren Quellen.
Handlungsorientierung ohne Moralisierung
Bildungsangebote eröffnen Handlungsperspektiven, ohne moralische Bewertungen vorzugeben oder eindeutige Handlungsimperative zu formulieren.
Lebensweltbezug
Globale Fragestellungen werden mit den Erfahrungen, Fragen und Kontexten der Lernenden in Beziehung gesetzt.
Die VENRO-Qualitätskriterien verstehen sich als Reflexions- und Orientierungsrahmen. Sie unterstützen Lehrkräfte und Bildungsakteur:innen dabei, Globales Lernen differenziert, verantwortungsvoll und qualitativ fundiert umzusetzen.