Wirkungen Globalen Lernens

Empirische Studien und Evaluationen zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit zeigen, dass Angebote des Globalen Lernens unter bestimmten Bedingungen Lernprozesse anstoßen können. Aussagen zu Wirkungen beziehen sich dabei überwiegend auf Veränderungen in Wahrnehmung, Reflexionsfähigkeit und thematischer Sensibilisierung, nicht auf eindeutig messbare Verhaltensänderungen.
Untersuchungen im Kontext von Engagement Global sowie Evaluationen zur Umsetzung des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung sowie wissenschaftliche Wirkungsanalysen weisen insbesondere auf folgende Befunde hin:
– Teilnehmende entwickeln ein differenzierteres Verständnis globaler
– Zusammenhänge
– Perspektivenvielfalt und Mehrdimensionalität globaler Fragestellungen werden stärker wahrgenommen
– der Umgang mit komplexen, ambivalenten Themen wird sicherer
-Reflexionsprozesse in Bezug auf eigene Positionen, Werte und Deutungsmuster werden angeregt

Dabei wird in der Forschung ausdrücklich betont, dass Bildungswirkungen nicht linear, nicht kurzfristig und nicht isoliert messbar sind. Wirkungen entstehen in offenen Lernprozessen und sind abhängig von Kontext, Qualität, Dauer und didaktischer Gestaltung der Angebote.

Die Wirkungsanalyse der Länderinitiativen (Engagement Global, 2021) untersucht die Umsetzung des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung auf Landesebene. Die Studie zeigt, dass Wirkungen Globalen Lernens vor allem auf struktureller und professioneller Ebene beobachtbar sind.

Dazu zählen unter anderem:
– der Ausbau von fachlichen Netzwerken und Kooperationsstrukturen
– Qualifizierungsprozesse bei Lehrkräften und Multiplikator:innen
– eine stärkere curriculare und institutionelle Verankerung globaler Themen

Die Analyse macht zugleich deutlich, dass Bildungswirkungen nicht als unmittelbare Effekte einzelner Maßnahmen verstanden werden können. Nachhaltige Wirkungen entstehen dort, wo Globales Lernen kontinuierlich, qualitätsorientiert und eingebettet in schulische Entwicklungsprozesse umgesetzt wird.
Download: Wirkungsanalyse der Länderinitiativen (Engagement Global, 2021)

Die wissenschaftliche Studie „Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit“ (Waxmann, 2019) analysiert Möglichkeiten und Grenzen der Wirkungszuschreibung in Bildungsprozessen.

Zentrale Ergebnisse sind:
– punktuelle Bildungsangebote können Impulse für Lern- und Reflexionsprozesse setzen,
– vertiefte Kompetenzentwicklungen sind eher bei längerfristigen, aufeinander aufbauenden Maßnahmen zu beobachten,
– Bildungswirkungen sind kontextabhängig und lassen sich nicht unabhängig von institutionellen, sozialen und didaktischen Rahmenbedingungen bewerten.
Download: Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit“ (Waxmann, 2019)