Curriculare Verankerung & Lehrplanbezüge
Die curriculare Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globalem Lernen in Sachsen-Anhalt ist landesweit geregelt und verbindlich ausgestaltet. Grundlage dafür bilden das Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes sowie die fachübergreifenden Lehrplananforderungen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Bereits 2022 wurden der Grundsatzband sowie alle Fachlehrpläne für das Gymnasium und das Berufliche Gymnasium unter der Perspektive BNE überarbeitet. Diese Lehrpläne wurden ausdrücklich durch die Lehrplananforderungen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ergänzt. Damit ist BNE für diese Schulformen verbindlicher Bestandteil des Fachunterrichts. Die Umsetzung erfolgt nicht in Form eines eigenständigen Faches, sondern integriert in die jeweiligen Fachlehrpläne und deren inhaltliche Schwerpunkte.
Globales Lernen und BNE erscheinen in den Lehrplänen des Gymnasiums insbesondere als fachübergreifende Perspektiven. In gesellschaftswissenschaftlichen Fächern wie Geographie, Sozialkunde, Geschichte oder Ethik sind globale Zusammenhänge, nachhaltige Entwicklung, Fragen von Verantwortung und Gerechtigkeit explizit angelegt. Darüber hinaus bestehen Anknüpfungspunkte in den Naturwissenschaften, in den Sprachen sowie in künstlerischen Fächern, etwa durch globale Kontexte, Mensch-Umwelt-Beziehungen, kulturelle Perspektiven oder Fragen von Ressourcen und Technik.
Für die Grundschulen und Sekundarschulen werden die Lehrpläne derzeit unter besonderer Berücksichtigung von BNE weiterentwickelt. Die überarbeiteten Lehrpläne für die Grundschule sind für das Schuljahr 2026/2027, für die Sekundarschule für das Schuljahr 2027/2028 vorgesehen. Bereits in der aktuellen Lehrplanpraxis bestehen Öffnungen, um globale und nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen alters- und fachgerecht zu bearbeiten; die curriculare Verankerung wird jedoch in den kommenden Jahren weiter konkretisiert und gestärkt.
Insgesamt zeigen die Lehrplanentwicklungen in Sachsen-Anhalt, dass Globales Lernen und BNE nicht mehr nur zusätzliche oder freiwillige Themen sind, sondern zu integralen Bestandteilen schulischer Bildung werden. Sie werden verbindlich in Lehrplänen verankert, zugleich jedoch so angelegt, dass sie fachlich differenziert, schulformspezifisch und pädagogisch verantwortungsvoll umgesetzt werden können.
Zur inhaltlichen und didaktischen Ausgestaltung können Schulen und Lehrkräfte zusätzlich auf fachliche Orientierungsrahmen zurückgreifen. Der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (KMK/BMZ) bietet strukturierte Anregungen, um globale Fragestellungen fachlich einzuordnen und alters- sowie schulformspezifisch zu konkretisieren.
Der Orientierungsrahmen ist kein Lehrplan und begründet keine zusätzlichen Verpflichtungen. Er dient vielmehr als unterstützende Handreichung, um bestehende Lehrplanvorgaben zu vertiefen, fachübergreifende Perspektiven zu erschließen und Globales Lernen im Unterricht systematisch zu verorten.